Sonntag, 9. August 2009

Kneift mich mal!

Verdammt, ich wusste, dass Anderson Silva gut ist. Er war auch mein Favorit im Kampf gegen Forrest Griffin. Aber das hier... .

Sonntag, 26. Juli 2009

Bitte nicht zu blutig, Schatz!

Hui, ein wenig aufgeregt bin ich ja schon. Am 15. April wird Gina Carano im Hauptkampf einer Elite XC (schreibt man das so?) - Veranstaltung gegen Cris Cyborg antreten. Einer Veranstaltung wohlgemerkt, in der auch und hauptsächlich Männerkämpfe stattfinden. Und ein Frauenkampf wird der Hauptkampf sein. Cool. Das wird der erste Frauenkampf, den ich mir ganz ansehe (Wer aus dieser Aussage chauvinistische Tendenzen herausliest, darf diese behalten).

Wer glaubt, besagter Kampf bekäme ohne das sexy Zugpferd Gina Carano denselben Hype und würde ebenso als Hauptkampf geführt, darf sich getrost als Idiot bezeichnen lassen. Sex sells, auch und gerade im MMA, jener postmodernen Kampfsporttradition, in der die Ringgirls nirgends fehlen dürfen. So findet der stereotype männliche Zuschauer der blutrünstigen Spektakel am Oktagon alles, was sein leidlich kultiviertes Herz begehrt: Gewalt/Action, Bier, schlechte Musik und Weiber. Fehlen nur noch dröhnende, PS-starke Motoren. Aber halt: Die UFC wird ja von Harley Davidson gesponsort. So sind letztere zumindest mittels des zeichenhaften Verweises in Form eines Werbelogos in der Mitte der Kampffläche präsent. Alles da also.

Aber wo war ich? Achja, bei Gina Carano. Die Faszination, die von dieser Frau ausgeht, beruht wohl auf der Mischung aus Schönheit und potenzieller Gefährlichkeit (ja, sie ist tatsächlich richtig gut und wird nicht nur aufgrund ihrer Erscheinung übermäßig gehyped). Im Prinzip handelt es sich bei ihr um eine Spielart der femme fatale, wobei sie im Gegensatz zu dieser weniger auf der psychisch-moralischen Ebene denn auf der real-physischen Ebene ihre Bedrohung entfaltet. Ähnlich wie bei Natasha Henstridge (schreibt man die so?) im Film Species, bei der das Attribut "männermordend" wörtlich zu verstehen ist. Vorraussetzung für die Faszinationskraft und das Charisma eines solchen Stereotyps ist absolute Souveränität. Oder wer wäre noch von einer Gina Carano fasziniert, die sich blutend in der Unterlage befindet anstatt ihre Gegnerin eiskalt zu demontieren?

Also, Gina, du gewinnst besser am 15. August, ja? Und zwar bitte souverän, eiskalt und ohne zu bluten. Wenn du's schon nicht für mich tust, dann zumindest fürs Female MMA!

Mittwoch, 24. Juni 2009

Peinlich...

...ist ein Fehler, der mir im letzten Post unterlaufen ist. Ich habe dort behauptet, bei dem Teilnehmer der UFC 99, Dennis Struve handle es sich um einen Deutschen. Der Mann ist aber Holländer!

Samstag, 20. Juni 2009

UFC 99 in Köln

Juhu! Die UFC ist in Deutschland angekommen! Man verzeihe mir, dass ich über eine Veranstaltung, die bereits am 13. Juni stattgefunden hat, erst am 20. Juni schreibe, aber vielleicht hebt das ja die Qualität der Reflexion darüber, weil es eine Zeit lang gedauert hat, die Ereignisse in der nötigen Tiefe zu verarbeiten...was weiß ich... .

Nachdem es im Vorfeld die zu erwartenden hitzigen Diskussionen gab, in denen von einigen Kritikern bereits der Untergang des Abendlandes prophezeit wurde, der mit der Einführung der gelegentlich blutigen Kämpfe in diesem Teil des alten Europa quasi unausweichlich bevorstünde, fand die Veranstaltung wie geplant am 13. Juni in der Lanxess-Arena in Köln statt. Letztere war mit 12.000 Besuchern ausverkauft, nachdem zwei Tage zuvor in der Fernsehsendung "Kulturzeit" über eine halbleere Lanxess-Arena spekuliert wurde. "Was ist, wenn Deutschland einen neuen Prügelsport hat und keiner geht hin?", wurde dort zum Abschluss des Beitrages ein wenig höhnisch georakelt. Dass die Veranstaltung zumindest hinsichtlich der Besucherzahlen dann doch ein voller Erfolg war, freute den MMA Fan wie auch den Autor dieses Posts.

Die Qualität der Kämpfe war insgesamt , von wenigen Ausnahmen abgesehen, gut, wobei insbesondere der Hauptkampf mit einem "Standup-War" der beiden Legenden Silva und Franklin gute Unterhaltung bot. Die deutschen Kämpfer schlugen sich insgesamt wacker, zwei von den dreien konnten Ihre Kämpfe gewinnen, wobei insbesondere der Mannheimer Dennis Siver einen souveränen Kampf zeigte, den er in der ersten Runde per Rear Naked Choke beenden konnte. Ein extrem blutiges Match lieferten sich Stefan Struve und Denis Stojnic. Ersterer wurde am Boden liegend durch das Ground and Pound seines Gegners verletzt und zog sich eine Platzwunde am Kopf zu, welche extrem stark blutete und am Käfigboden regelrecht zur Lachenbildung führte. Stefan zeigte aber enorm viel Herz und konnte den Kampf doch noch für sich entscheiden.

Kämpfe wie der oben beschriebene sind es insbesondere, welche die Kritiker des MMA auf den Plan rufen. Erstens ist es ein im Sport ungewohntes und für den erstmaligen Betrachter sicher abschreckendes Bild, einen Kämpfer auf dem anderen sitzen und auf dessen Kopf schlagen zu sehen. Zweitens rufen die dünneren MMA-Handschützer im Vergleich zu Boxhandschuhen leichter oberflächliche Verletzungen am Gesicht hervor, was im Vergleich zum Boxsport häufiger zu blutigen Kämpfen führt. Die Möglichkeit, Ellenbogen- und Knietechniken einzusetzen, tut hierbei ein Übriges. Abgesehen davon ist MMA ein wesentlich sichererer Sport als Boxen, was sich unter anderem in der signifikant geringeren Anzahl an Todesfällen zeigt. Ein Großteil der MMA-Kritiker nimmt solche Fakten aber kaum zur Kenntnis, sondern diskutiert von Emotionen geleitet. Das führt dann schonmal zu Verbotsforderungen, welche dann aber konsequenterweise auch auf andere Vollkontaktkampfsportarten wie etwa das Boxen ausgedehnt werden müssten.

Sicher ist MMA nicht jedermanns Sache und eine Diskussion über den Sport ist sinnvoll. Allerdings ist eine Mindestanforderung, dass sie von Seiten der Kritiker mit einem Mindestmaß an Fachkenntnis geführt wird.

Sonntag, 24. Mai 2009

Shotokan for the Win!

Und da sage noch einer, Shotokan sei im Käfig nutzlos! Wir sind Weltmeister!

Dienstag, 17. Februar 2009

Die Todfeinde des Sports

Den folgenden Text von Berthold Brecht habe ich hier im Web gefunden.

Der Sport hat hauptsächlich zwei Feinde, die ihm wirklich gefährlich werden können.

Erstens sind da die Leute, die aus ihm mit aller Gewalt eine hygienische Bewegung machen wollen.
Diese Sorte von Leuten arbeitet mit Vorliebe unter der Devise, Sport sei gesund, und versucht damit, in den Schulen und auch durch populäre Literatur das, was an wirklichem Sportgeist in den jüngeren Leuten steckt, für alle Zeiten zu ruinieren. Selbstverständlich ist Sport, nämlich wirklicher passionierter Sport, riskanter Sport, nicht gesund. Da, wo er wirklich etwas mit Kampf, Rekord und Risiko zu tun hat, bedarf er sogar außerordentlicher Anstrengungen des ihn Ausübenden, seine Gesundheit einigermaßen auf der Höhe zu halten. Ich glaube nicht, dass Lindbergh sein Leben durch seinen Ozeanflug um zehn Jahre verlängert hat. Boxen zu dem Zweck, den Stuhlgang zu heben, ist kein Sport. Der Zweck des Sportes ist natürlich nicht körperliche Ertüchtigung, sondern der Zweck körperlicher Ertüchtigung kann Sport sein.

Der zweite Hauptgegner des Sports ist der wissenschaftliche Fimmel.
Hierher gehören leider meistens mit besonderer Unterstützung der Presse die krampfhaften Bemühungen einiger »Kenner«, aus dem Sport eine Art »Kunst« zu machen. Diesen Kennern wächst jetzt schon wieder auf der bloßen Hand eine ganze Nomenklatur von Fachausdrücken, und die Tendenz geht immer mehr aus l'art pour l'art.

Im Boxsport äußert sich diese sportsfeindliche Tendenz in der Propagierung des Punktverfahrens. Je weiter sich der Boxsport vom K. o. entfernt, desto weniger hat er mit wirklichem Sport zu tun. Ein Boxer, der seinen Gegner nicht niederschlagen kann, hat ihn natürlich nicht besiegt. Sehen Sie sich zwei Männer an einer Straßenecke oder in einem Lokal einen Kampf liefern. Wie stellen Sie sich hierbei einen Punktsieg vor? Die Haupt-Todfeinde des natürlichen naiven und volkstümlichen Boxsportes sind jene Gelehrten, die an den Seilen sitzen und in ihre Hüte hinein Punkte sammeln.

Sie verstehen mich: je »vernünftiger«, »feiner« und »gesellschaftsfähiger« der Sport wird, und er hat heute eine starke Tendenz dazu, desto schlechter wird er.


Mittwoch, 31. Dezember 2008

P/PK im Sport

In seinem Buch "Die sieben Wege zur Effektivität" (englischer Originaltitel: "The Seven Habits of Highly Effective People") beschreibt der Unternehmensberater Stephen Covey verschiedene Prinzipien, die für effektives Handeln im beruflichen wie privaten Bereich unabdingbar sind. Ein zentrales Prinzip ist dabei das P/PK-Gleichgewicht.

P steht hierbei für die Produktion der gewünschten Ergebnisse, PK für die Produtionskapazität. Als Beispiel führt Covey Aesops Fabel von der goldenen Gans an. Die Fabel in Kurzform (keine literarischen Ansprüche, bitte!): Ein Bauer entdeckt, dass eine seiner Gänse goldene Eier legen kann. Durch diese goldenen Eier wird der Bauer sehr reich. Gierig geworden, beschließt er, die Gans zu töten, um ihr sofort alle goldenen Eier zu entnehmen. Er findet aber heraus, dass die Gans leer ist. Sie nützt ihm nur wenn sie lebendig ist. Der Bauer legt eine ähnliche Geisteshaltung zutage wie die Banker, die für die Finanzkrise mitverantwortlich sind. Wer nur auf P wertlegt, ohne PK zu beachten, wird langfristig scheitern. Die Gans in der Fabel ist selbstverständlich derjenige Faktor, der PK ausmacht. Ohne sie gibt es langfristig kein P.

Das Prinzip der P/PK-Balance lässt sich global auf das Leben anwenden, aber auch spezifisch auf die Welt des Sports. P steht hierbei für die gewünschten Ergebnisse, etwa eine bestimmte Platzierung in einem Karate-Wettbewerb, ein bestimmtes Gewicht beim Kreuzheben oder das Absolvieren eines Marathons. Wer sich hierbei nur auf P konzentriert, wird scheitern oder aber seine Ziele nur unter Inkaufnahme gesundheitlicher Schäden erreichen. Wer nur für den Karate-Wettkampf trainiert, nicht auf ausreichend Regeneration achtet und körperliche Signale missachtet, die eine Pause oder einen anderen Trainingsansatz nahelegen, der wird durch Gelenkprobleme und Übertrainingssymptome bestraft. Wer nur Kraftdreikampf trainiert, ohne ergänzende Übungen, Gelenkmobilität etc., der wird mittel- bis langfristig schwere Dysbalancen entwickeln. Wer nur läuft, um die Marathondistanz zu schaffen und kein ergänzendes Krafttraining macht, der wird ebenso von Gelenkverletzungen geplagt sein und sehr wahrscheinlich einen schlechten Laufstil entwickeln.

Also, ich habe hier einen Vorsatz für Euch für´s neue Jahr: Achtet auf Euere PK! Euer Körper, die goldene Gans des Athleten, wird es Euch danken!